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Employer Branding

Trends für 2019

Employer Branding ist wichtiger denn je für Unternehmen, denn eine starke Arbeitgebermarke hat in Zeiten des Fachkräftemangels viele Vorteile: Sie sorgt für eine höhere Leistungsbereitschaft, verschafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit, verringert die Fluktuationsrate und damit auch die Rekrutierungskosten und Krankheitsausfälle. Jedes Jahr verändert sich das Employer Branding aufgrund einer Mischung aus neuen Technologien sowie wachsenden Erwartungen an Arbeitgeber und Talente. Welche Trends für 2019 relevant sind, erfahren Sie hier:

Recruiting Marketing

Aufgabe des Recruiting Marketing ist es, eine eindrucksvolle Candidate Experience zu schaffen. Die Candidate Experience beschreibt die Wahrnehmungen und Erfahrungen, die der Kandidat während seines Bewerbungsprozesses sammelt. Der zentrale Teil des Recruiting Marketing ist daher die Analyse und Optimierung der Candidate Journey – online wie auch offline. Die Candidate Journey bezeichnet den Weg eines Kandidaten, den er beschreitet, bis er sich bei einem Unternehmen bewirbt. Auf dieser Reise durchläuft der Kandidat mehrere Phasen: Besucher, Kandidat, Bewerber, Mitarbeiter, Fürsprecher – und entwickelt durch die verschiedenen Berührungspunkte ein individuelles Empfinden für das Unternehmen. Umso wichtiger ist zu beachten, welche Inhalte sich Ihr idealer Kandidat, wann und auf welchem Kanal wünscht.

Candidate Experience

Die Candidate Experience beschreibt, wie sich ein Kandidat während des kompletten Recruiting-Prozesses, vom ersten Besuch Ihrer Webseite bis hin zum Onboarding, fühlt. Zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen gelungenen Bewerbungsprozess zählt neben schnellen Reaktionszeiten eine aussagekräftige und für unterschiedliche Endgeräte optimierte Karriereseite. Es gibt viele Möglichkeiten wie Sie Ihre Karriereseite optimieren können, aber Mindestvoraussetzungen sind Benutzerfreundlichkeit und eine einfache Bedienbarkeit. Besonderes Augenmerk sollten Sie auch auf die Gestaltung Ihrer Stellenanzeigen legen und sich vom Rest der Masse abheben. Auch die Schaffung eines Talentpools ist zu empfehlen, dadurch geben Sie Bewerbern das Gefühl, dass es zu einem anderen Zeitpunkt doch noch eine Möglichkeit gibt, zusammenzufinden. Auch die Einladung zu einem Tag der offenen Tür gibt Ihnen die Möglichkeit, potenzielle Kandidaten näher kennenzulernen und alle Fragen in einem informellen Gespräch zu beantworten.

Employee Branding

Im Gegensatz zum Employer Branding, der Bildung der Arbeitgebermarke, handelt es sich beim Employee Branding um die Bildung der Arbeitnehmermarke. Hier wird der einzelne Mitarbeiter zum Botschafter Ihres Unternehmens. Betrachten Sie ihn als Nano-Influencer, welcher in seinen Kreisen, sozialen Netzwerken oder auf Veranstaltungen Ihr Unternehmen präsentiert. Eine Möglichkeit der Umsetzung sind beispielsweise Mitarbeiterblogs oder Testimonials, welche im Rahmen des Recruitment Marketings zum Tragen kommen. Darüber hinaus tragen Social Media Aktivitäten zur Markenbildung ein. Wie treten Ihre Mitarbeiter beispielsweise auf Xing auf? Vermitteln Sie ein einheitliches, dem Unternehmen entsprechendes Bild? Durch das Employee Branding können sie einerseits die emotionale Bindung des Mitarbeiters an Ihr Unternehmen fördern, andererseits wirken Unternehmensbotschafter sehr authentisch auf Außenstehende.

Social Recruiting & Active Sourcing

Schreiben Sie passende Kandidaten aktiv an, anstatt auf die Zusendung von Bewerbungen zu warten. Nutzen Sie hierfür sowohl professionelle als auch soziale Netzwerke wie beispielsweise LinkedIn oder Facebook. Die zielgerichtete Ansprache von potenziellen Mitarbeitern, das sogenannte Active Sourcing, muss sich dabei nicht ausschließlich auf digitale Kanäle beschränken, sondern kann auch persönlich, z.B. in Form einer Teilnahme an passenden Veranstaltungen fortgeführt werden.

Artificial Intelligence & Big Data

Künstliche Intelligenz kann im Bereich des Personalwesens bereits viele Prozesse erleichtern. Grundvoraussetzung für die Nutzung dieser digitalen Techniken ist die entsprechende Ausbildung Ihrer Mitarbeiter. Spezielle Sourcing Tools können beispielsweise anhand eigens festgelegter Kriterien Plattformen, Netzwerke oder Datenbanken durchsuchen oder beim Vorfiltern der Bewerbungen unterstützen. Chatbots im Rahmen Ihrer Karriere-Webseite sind zwar mit erhöhten Kosten verbunden, ermöglichen aber die schnelle Beantwortung von Fragen rund um die Uhr – und zahlen somit auf die Customer Experience ein. Zudem gleicht sich die Anfangsinvestition in Chatbots schnell wieder aus, weil diese Tätigkeit auf seitens des HR entfallen.

Fazit

Das sind bei weitem nicht alle Trends, die uns im Recruiting und Employer Branding erwarten und es werden weitere Trends auf uns zukommen. Grundsätzlich gilt: Entwickeln Sie ganzheitliche Recruiting-Strategien und stimmen Sie die jeweiligen Maßnahmen und Instrumente spezifisch auf Ihr Unternehmen und Ihre Ressourcen ab.

Bild: Getty Images/skynesher

Tina Schäfer

Tina Schäfer

Tina Schäfer ist Expertin für Employer Branding und digitale Kommunikationsstrategien.

Als Unit Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Vogel Corporate Media GmbH, berät sie Marken und Unternehmen im Bereich Employer Branding und unterstützt sie bei der Entwicklung einer positiven Arbeitgebermarke. Zudem konzipiert sie digitale Kommunikationsstrategien für die interne und externe Unternehmenskommunikation.