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E-Learning in der Weiterbildung

Um dem branchenübergreifenden Fachkräftemangel zu begegnen, ist es für Sie als Arbeitgeber nicht immer zwingend notwendig, für jede offene Stelle neue Mitarbeiter zu finden. Oft befindet sich der ideale Kandidat bereits in den eigenen Reihen. Um ihn für die neue Position zu qualifizieren, sind passende Weiterbildungsangebote gefragt.

Zielgerichtete Förderung mithilfe von E-Learning

Das lebenslange Lernen ist für Ihre Mitarbeiter die Basis für eine erfolgreiche Bildungs- und Arbeitsbiografie. Insbesondere Millennials bleiben länger im Unternehmen, wenn sie dort Ihrem Wunsch nach Wissens- und Erfahrungserweiterung nachgehen können. Die Digitalisierung und umfassende Vernetzung haben zusätzlich zu veränderten Lernprozessen und neuen Bildungsangeboten geführt.

Warum E-Learning?

Besonders kleine bis mittelständische Unternehmen zögern oft, eine passende Infrastruktur für digitale Formate zu schaffen. Dabei ist gerade bei einer kleinen Mitarbeiterzahl der Austausch mit anderen Lernenden besonders hilfreich. Digitale Tools und Formate erleichtern die Finanzierung und Gestaltung von Weiterbildungsangeboten für Sie als Arbeitgeber. Möglichkeiten vorhandener Lernplattformen und -angebote lassen sich für diesen Zweck ideal im eigenen Unternehmen einsetzen.

Digitale Bildungsangebote ermöglichen meist zeit- und ortsunabhängiges Lernen und können langfristig zur Kostenreduktion beitragen. Ihre Mitarbeiter eignen sich das zu erlernende Wissen in der eigenen Lerngeschwindigkeit an. Die Wissensvermittlung ist somit individueller und potenziell effektiver. E-Learning eignet sich somit auch für Mitarbeiter, die beispielsweise aus familiären Gründen mit klassischen Weiterbildungsmethoden schwer erreichbar sind.

Mithilfe der folgenden digitalen Lernformate können bestehende Mitarbeiter zielgerichtet gefördert und im Idealfall freie Stellen im Unternehmen intern besetzt werden.

Welche E-Learning-Methoden gibt es?

Massive Open Online Courses im E-Learning

Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, sind Online-Kurse, die auf eine Zulassungsbeschränkung verzichten und meist eine große Teilnehmerzahl aufweisen. Die Lerninhalte werden in kleinen Videomitschnitten vermittelt. Ergänzend dazu beantworten die Lernenden Multiple-Choice-Fragen und absolvieren online Zwischentests. Ein Diskussionsforum bietet die Möglichkeit, sich aktiv mit anderen Teilnehmern und den Lehrenden auszutauschen. Die Kursdauer beschränkt sich dabei auf mehrere Wochen. Pro Woche wird eine Lerneinheit mit einem Zeitaufwand ab einer Stunde bereitgestellt, die die eingeschriebenen Arbeitnehmer selbstständig bearbeiten. In vielen Fällen ist das bereitgestellte Material über die Kurslaufzeit hinaus zum Selbststudium verfügbar. Der Themenvielfalt der digitalen Lernplattformen sind keine Grenzen gesetzt, selbst Hygieneschulungen sind online möglich. Viele MOOC-Plattformen bieten Lösungen zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Unternehmen an. Der Großteil der Online-Kurse ist kostenlos. Kostenpflichtige Weiterbildungen bewegen sich im Bereich von 25 bis 900 Euro.

Live Online Learnings

Auf ähnliche Weise wie MOCCs funktioniert auch das Angebot des Live Online Learnings. Ein Coach vermittelt den Mitarbeitern live per Videoübertragung die Lerninhalte und antwortet simultan auf Fragen der Teilnehmer. Die Lernenden können sich per Video-, Sprach- oder Textchat mit dem jeweiligen Tutor austauschen. Die Onlineschulungen finden an festgelegten Terminen einmalig oder öfter statt. Auch hier stehen die Lerninhalte zum Selbstlernen nach Kursende zur Verfügung. Die Kursthemen sind breit gefächert, genau wie bei den MOOC-Anbietern gibt es ein individuelles Weiterbildungsangebot.

Flipped Classroom E-Learning

Das Konzept des Flipped Classroom, zu Deutsch „umgedrehter Unterricht“, verbindet das virtuelle Lernen mit dem physischen Seminar. Die Kursleiter stellen vor und nach der Präsenzveranstaltung den zu vermittelnden Lerninhalt in Form von Videos, digitaler Skripte oder Online-Tests zur Verfügung. In der physischen Veranstaltung wird dann über den Lernstoff diskutiert und Übungen werden absolviert. Diese Mischung des Online- und Offlinelernens sorgt für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem beigebrachten Wissen. Das bloße Vorstellen von Inhalten in der physischen Veranstaltung fällt weg und bietet Raum für eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

Bring Your Own Device

Bring Your Own Device (Bringe dein eigenes Gerät) kommen der Laptop, das Tablet oder Smartphone der Mitarbeiter zum Einsatz. Im physischen Seminar greifen die Lernenden über das private Gerät auf Informationen von Online-Lernplattformen zu. Die teilnehmenden Arbeitnehmer schreiben zusätzlich über ihre digitalen Geräte mit oder machen Foto-Protokolle von Flipcharts. Diese Methode ist zwar weniger orts- und zeitunabhängig, sorgt aber für ein Auflockerung des Frontalseminars.

Wie wende ich E-Learning im Unternehmen richtig an?

Für einen langfristigen Erfolg der digitalen Weiterbildung müssen Sie das E-Learning fest in die Unternehmensstrategie einbinden und alle beteiligten Akteure frühzeitig einbeziehen. Idealerweise kann der Arbeitnehmer die webbasierten Lernangebote in seinen Arbeitsalltag integrieren.

Als oberste Regel gilt: Bei der Mitarbeiterschulung geht es vorrangig um das Aneignen von Wissen und nicht um die Anwendung digitaler Lernmethoden. Jedes Lernziel verlangt eine individuelle Wissensvermittlung. Auch E-Learning braucht eine angemessene Planung und sollte nicht rein aus Kostenersparnis angewendet werden. Eine Verbindung der verschiedenen Methoden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Wissensstände und Bedürfnisse der Arbeitnehmer ist unerlässlich.

Fazit

Digitale Angebote in der Weiterbildung können ein effektives Angebot sein, um Mitarbeiter zu halten und die Möglichkeit bieten, offene Stellen mit internen Fachkräften zu besetzen.

Allerdings müssen Arbeitgeber vorher intensiv evaluieren, welches digitale Lernangebot für ihr Ausbildungsziel in Frage kommt. Zur Motivation Ihrer Mitarbeiter trägt ein ansprechendes und effizientes Lernprogramm mit Spaßfaktor bei. Nur ein fundierter, langfristiger Weiterbildungsplan führt zu einem nachhaltigem Lernergebnis.

Bild:
©foxyburrow/Adobe Stock

Tina Schäfer

Tina Schäfer

Tina Schäfer ist Expertin für Employer Branding und digitale Kommunikationsstrategien.

Als Unit Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Vogel Corporate Media GmbH, berät sie Marken und Unternehmen im Bereich Employer Branding und unterstützt sie bei der Entwicklung einer positiven Arbeitgebermarke. Zudem konzipiert sie digitale Kommunikationsstrategien für die interne und externe Unternehmenskommunikation.