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E-Learning in der Weiterbildung

E-Learning ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Natürlich ist das Prinzip, die eigenen Mitarbeiter in ihrem Wachstum zu unterstützen nicht erst seit der Pandemie 2020 wichtig, die Krise hat das Bewusstsein für die Wichtigkeit von E-Learning allerdings in alle Branchen getragen. Wichtig ist 2020 und 2021 vor allem: nicht alles mitmachen. Klasse statt Masse. Denn die Krise hat auch eins mit sich gebracht: unzählige Angebote, die kurzfristig zusammengeschustert worden sind. Jeder macht jetzt Webinare. Wie hoch der tatsächliche Lernerfolg bei diesen Angeboten ist, bleibt aber häufig fraglich.
E-Learning sollte aber immer einen tatsächlichen Mehrwert bieten, wichtige Fähigkeiten vermitteln und Ihre Mitarbeiter auch aus unternehmerischer Sicht wertvoller machen. Häufig sind es immer noch nur große Anbieter und bekannte Agenturen, die diese Standards erfüllen. Auch Zertifikate sind ein guter Hinweis, dass das entsprechende E-Learning Angebot wirklich Mehrwert bietet. Zumal auch Mitarbeiter zufriedener sind, wenn sie im Anschluss an einen Kurs ein neues Zertifikat in ihrem Lebenslauf vermerken können. Denn, was E-Learning aus Mitarbeitersicht interessant macht, ist vor allem ein Gefühl von Wachstum, von Weiterentwicklung. Bevor Sie ein E-Learning Angebot buchen, sollten Sie sich also zuerst fragen: Welche Fähigkeiten sollen meine Mitarbeiter am Ende erworben haben.

Zielgerichtete Förderung mithilfe von E-Learning

Das lebenslange Lernen ist für Ihre Mitarbeiter die Basis für eine erfolgreiche Bildungs- und Arbeitsbiografie. Insbesondere Millennials bleiben länger im Unternehmen, wenn sie dort Ihrem Wunsch nach Wissens- und Erfahrungserweiterung nachgehen können. Die Digitalisierung und umfassende Vernetzung haben zusätzlich zu veränderten Lernprozessen und neuen Bildungsangeboten geführt.

Warum E-Learning?

Besonders kleine bis mittelständische Unternehmen zögern oft, eine passende Infrastruktur für digitale Formate zu schaffen. Dabei ist gerade bei einer kleinen Mitarbeiterzahl der Austausch mit anderen Lernenden besonders hilfreich. Digitale Tools und Formate erleichtern die Finanzierung und Gestaltung von Weiterbildungsangeboten für Sie als Arbeitgeber. Möglichkeiten vorhandener Lernplattformen und -angebote lassen sich für diesen Zweck ideal im eigenen Unternehmen einsetzen.

Digitale Bildungsangebote ermöglichen meist zeit- und ortsunabhängiges Lernen und können langfristig zur Kostenreduktion beitragen. Ihre Mitarbeiter eignen sich das zu erlernende Wissen in der eigenen Lerngeschwindigkeit an. Die Wissensvermittlung ist somit individueller und potenziell effektiver. E-Learning eignet sich somit auch für Mitarbeiter, die beispielsweise aus familiären Gründen mit klassischen Weiterbildungsmethoden schwer erreichbar sind.

Mithilfe der folgenden digitalen Lernformate können bestehende Mitarbeiter zielgerichtet gefördert und im Idealfall freie Stellen im Unternehmen intern besetzt werden.

Welche E-Learning-Methoden gibt es?

Massive Open Online Courses im E-Learning

Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, sind Online-Kurse, die auf eine Zulassungsbeschränkung verzichten und meist eine große Teilnehmerzahl aufweisen. Die Lerninhalte werden in kleinen Videomitschnitten vermittelt. Ergänzend dazu beantworten die Lernenden Multiple-Choice-Fragen und absolvieren online Zwischentests. Ein Diskussionsforum bietet die Möglichkeit, sich aktiv mit anderen Teilnehmern und den Lehrenden auszutauschen. Die Kursdauer beschränkt sich dabei auf mehrere Wochen. Pro Woche wird eine Lerneinheit mit einem Zeitaufwand ab einer Stunde bereitgestellt, die die eingeschriebenen Arbeitnehmer selbstständig bearbeiten. In vielen Fällen ist das bereitgestellte Material über die Kurslaufzeit hinaus zum Selbststudium verfügbar. Der Themenvielfalt der digitalen Lernplattformen sind keine Grenzen gesetzt, selbst Hygieneschulungen sind online möglich. Viele MOOC-Plattformen bieten Lösungen zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Unternehmen an. Der Großteil der Online-Kurse ist kostenlos. Kostenpflichtige Weiterbildungen bewegen sich im Bereich von 25 bis 900 Euro.

Live Online Learnings

Auf ähnliche Weise wie MOCCs funktioniert auch das Angebot des Live Online Learnings. Ein Coach vermittelt den Mitarbeitern live per Videoübertragung die Lerninhalte und antwortet simultan auf Fragen der Teilnehmer. Die Lernenden können sich per Video-, Sprach- oder Textchat mit dem jeweiligen Tutor austauschen. Die Onlineschulungen finden an festgelegten Terminen einmalig oder öfter statt. Auch hier stehen die Lerninhalte zum Selbstlernen nach Kursende zur Verfügung. Die Kursthemen sind breit gefächert, genau wie bei den MOOC-Anbietern gibt es ein individuelles Weiterbildungsangebot.

Flipped Classroom E-Learning

Das Konzept des Flipped Classroom, zu Deutsch „umgedrehter Unterricht“, verbindet das virtuelle Lernen mit dem physischen Seminar. Die Kursleiter stellen vor und nach der Präsenzveranstaltung den zu vermittelnden Lerninhalt in Form von Videos, digitaler Skripte oder Online-Tests zur Verfügung. In der physischen Veranstaltung wird dann über den Lernstoff diskutiert und Übungen werden absolviert. Diese Mischung des Online- und Offlinelernens sorgt für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem beigebrachten Wissen. Das bloße Vorstellen von Inhalten in der physischen Veranstaltung fällt weg und bietet Raum für eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

Bring Your Own Device

Bring Your Own Device (Bringe dein eigenes Gerät) kommen der Laptop, das Tablet oder Smartphone der Mitarbeiter zum Einsatz. Im physischen Seminar greifen die Lernenden über das private Gerät auf Informationen von Online-Lernplattformen zu. Die teilnehmenden Arbeitnehmer schreiben zusätzlich über ihre digitalen Geräte mit oder machen Foto-Protokolle von Flipcharts. Diese Methode ist zwar weniger orts- und zeitunabhängig, sorgt aber für ein Auflockerung des Frontalseminars.

Wie wende ich E-Learning im Unternehmen richtig an?

Für einen langfristigen Erfolg der digitalen Weiterbildung müssen Sie das E-Learning fest in die Unternehmensstrategie einbinden und alle beteiligten Akteure frühzeitig einbeziehen. Idealerweise kann der Arbeitnehmer die webbasierten Lernangebote in seinen Arbeitsalltag integrieren.

Als oberste Regel gilt: Bei der Mitarbeiterschulung geht es vorrangig um das Aneignen von Wissen und nicht um die Anwendung digitaler Lernmethoden. Jedes Lernziel verlangt eine individuelle Wissensvermittlung. Auch E-Learning braucht eine angemessene Planung und sollte nicht rein aus Kostenersparnis angewendet werden. Eine Verbindung der verschiedenen Methoden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Wissensstände und Bedürfnisse der Arbeitnehmer ist unerlässlich.

 

Fazit

Digitale Angebote in der Weiterbildung können ein effektives Angebot sein, um Mitarbeiter zu halten und die Möglichkeit bieten, offene Stellen mit internen Fachkräften zu besetzen.

Allerdings müssen Arbeitgeber vorher intensiv evaluieren, welches digitale Lernangebot für ihr Ausbildungsziel in Frage kommt. Zur Motivation Ihrer Mitarbeiter trägt ein ansprechendes und effizientes Lernprogramm mit Spaßfaktor bei. Nur ein fundierter, langfristiger Weiterbildungsplan führt zu einem nachhaltigem Lernergebnis.

Bild:
©foxyburrow/Adobe Stock

Tina Schäfer

Tina

Schäfer

Expertin für Digital Leadership, Transformation und Personalmarketing

Als Chief Operations Officer (COO) und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Vogel Corporate Media GmbH, berät Tina Schäfer Marken und Unternehmen im Bereich Digital Leadership und Transformation sowie unterstützt sie bei der Entwicklung einer positiven Arbeitgebermarke. Zudem konzipiert sie digitale Kommunikationsstrategien für die interne und externe Unternehmenskommunikation.