Employer Branding Strategie –

Mit dem richtigen Arbeitgeberslogan

zum Erfolg

Slogans kennt man vor allem aus der Werbewelt. Aus Fernsehen und Radio bleiben häufig prägnante Sprüche wie „Wohnst Du noch oder lebst du schon?“ oder „3-2-1-Meins“ im Kopf.  Einen solchen Werbe-Slogan vergisst man nicht mehr, er wird zum Gesicht des Unternehmens. Der Slogan fasst den Kern der Unternehmenswerte wirkungsvoll und einprägsam zusammen. Er prägt das Erscheinungsbild des Unternehmens gemeinsam mit seinem Markennamen und der Corporate Identity. Ein Markenslogan ist deshalb ein enorm wichtiger Teil Ihrer Employer Branding Strategie.

Was aber ist ein Arbeitgeberslogan? Und wieso ist er so wichtig für das Recruiting? Ein Arbeitgeberslogan dient dazu, gezielt potenzielle Mitarbeiter anzusprechen. Dementsprechend legt er einen Fokus darauf, was Arbeitnehmern im Unternehmen geboten wird.

Besonders im Hinblick auf die Generation der Millennials, die es verstärkt zu überzeugen gilt, ist ein gut durchdachter Arbeitgeberslogan für Unternehmen sinnvoll. Denn gerade für die Digital Natives ist die Art und Weise, wie ein Unternehmen auftritt, von großer Bedeutung. Sie wollen sich vermehrt mit dem Unternehmen, für das sie arbeiten, identifizieren. Ein Arbeitgeberslogan als Teil der „digitalen Visitenkarte“ hilft Ihnen dabei, den Charakter Ihres Unternehmens besser zu präsentieren, herauszustechen und sich abzugrenzen.

Mit den folgenden drei Tipps meistern Sie die Herausforderung, einen passenden Slogan für Ihre Arbeitgebermarke zu entwickeln.

1. Bleiben Sie authentisch

Glaubwürdigkeit ist ein entscheidender Punkt, den Sie bei der Erarbeitung eines Arbeitgeberslogans beachten sollten. Authentisch zu sein bedeutet vor allem, ehrlich zu sein. Was nützt es Ihnen, potenziellen Mitarbeitern mit hohlen Floskeln zu schmeicheln, wenn alle anderen Unternehmen diese auch verwenden? Versuchen Sie, Ihren Slogan mit einer Geschichte zu füllen – Ihrer Unternehmensgeschichte. Dazu müssen Sie zuerst festlegen, was die Vision und die Werte Ihres Unternehmens sind. Denn der Arbeitgeberslogan ist Teil einer ganzen Geschichte und Identität, die vermittelt werden sollten. Baumarkt-Slogans wie „Ideen muss man haben“, „Wenn’s gut werden soll“ oder „Geht nicht, gibt’s nicht“ bewegen sich alle in einer Geschichtenwelt: Es geht darum, Dinge selbst zu machen und ideenreich zu sein.

Mit welcher Geschichte möchten Sie neue Talente überzeugen? Suchen Sie nach Innovationstreibern, um gemeinsam disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln oder ermöglichen Sie Mitarbeitern, bei Ihnen schnell die Karriereleiter hinaufzusteigen? Hier gilt es abzuwägen, was Sie als potenzieller Arbeitgeber gezielt vermitteln möchten. Emotionalität ist dabei der Schlüssel, denn durch die Vermittlung emotionaler Werte können sich Arbeitnehmer leichter mit einem Unternehmen identifizieren. Slogans wie „Technik-Schwärmer gesucht“, bringen auf den Punkt, wen das Unternehmen sucht. In diesem Fall macht Brose, ein Hersteller mechatronischer Systeme und Elektromotoren, deutlich, dass er für technische Systeme lebt – und Mitarbeiter an seiner Seite haben möchte, die diese Leidenschaft teilen. Als Unternehmen mit über 100-jähriger Erfahrung vermittelt der Hersteller so indirekt die Unternehmenswerte: Tradition und Innovation.

2. Fassen Sie sich kurz

Es ist essentiell, Ihre Kernaussage kurz und knackig auf den Punkt zu bringen. Ein Slogan darf nicht zu lang sein. Generell sollte eine Anzahl von fünf Wörtern nicht überschritten werden, andernfalls prägt sich der Slogan nur schwer im Gedächtnis der Menschen ein. Genau das sollte jedoch das Ziel sein, besonders dann, wenn junge Fachkräfte angesprochen werden sollen. Millennials sind mit diversen Social Media-Kanälen aufgewachsen und an das schnelle Tempo sowie die Masse an Informationen gewöhnt, die auf sie einprasselt. Entscheidungen werden innerhalb weniger Sekunden getroffen, es bleibt nicht viel Zeit, um sie zu überzeugen. Deshalb gilt es, die zentrale Botschaft in wenige Worte zu fassen und damit aus der Masse hervorzustechen. So wecken Sie Interesse für Ihr Unternehmen als Arbeitgeber. Da nur wenig Platz zur Verfügung steht, sollten Sie diesen nicht damit verschwenden, sich selbst zu loben. Sich beispielsweise als Nummer 1 der Branche zu benennen, ist unnötig – punkten Sie besser mit einem Slogan, der sich auf den Arbeitnehmer fokussiert. Zum Beispiel: „Ihre Energie gestaltet die Zukunft!“. Der Energiekonzern E.On bezieht sich in diesem Slogan zwar geschickt auf den Kern des eigenen Unternehmens, im Vordergrund steht jedoch der potenzielle Mitarbeiter. So fühlt sich dieser nicht nur direkt angesprochen, sondern auch wertgeschätzt – zwei Faktoren, die verloren gehen, wenn das Unternehmen ausschließlich auf sich selbst fixiert ist.

3. Seien Sie kreativ

Sie wissen, was Sie vermitteln wollen, und auch, dass Ihnen nur eine begrenzte Wortanzahl zur Verfügung steht. Die Kunst eines Arbeitgeberslogans besteht daher darin, Kreativität und Effizienz zu verbinden. Denn wer besonders kreativ ist, sticht aus der Masse hervor und hat Wiedererkennungswert. Kreativ sein bedeutet vor allem auch, mit der Sprache zu spielen. Der Einsatz rhetorischer Figuren und Stilmittel wie Alliterationen oder Dreierreihungen ist sehr beliebt. Auch die Klangfarbe von Wörtern kann eine bestimmte Wirkung haben, denn Menschen bevorzugen unterbewusst lange Vokale und weiche Konsonanten. In der Werbewelt ist Ihnen sicher bereits „Bitte ein Bit“ oder „Gut und günstig“ begegnet. Formulierungen dieser Art bleiben im Gedächtnis hängen und lassen sich schnell mit spezifischen Unternehmen in Verbindung bringen. Auch Arbeitgeberslogans können sich konkrete stilistische Tricks zunutze machen. „Ihr Einstieg zum Aufstieg“ der Sparkasse zum Beispiel ist ein einfach gehaltener, einprägsamer Slogan, der einen bestimmten Rhythmus aufweist, mit Wortwiederholungen spielt und darüber hinaus auch mit einer klaren Botschaft punkten kann.

Wichtig ist auch die Sprache des Arbeitgeberslogans. Englische Claims sind mittlerweile zwar weit verbreitet, das Verständnis dieser ist jedoch häufig ein Problem. Oft wird der Sinn hinter dem Slogan missverstanden, die Botschaft wird falsch oder gar nicht vermittelt. Zwar weist die Generation der Millennials ein besseres Verständnis gegenüber englischen Inhalten auf, allerdings bleibt die Frage, ob ein englischsprachiger Slogan überhaupt zu Ihrem Unternehmen passt. Mittelständische Unternehmen, die sich eher regional als international aufstellen, wirken mit einem deutschen Slogan deutlich glaubhafter.

Fazit

Legen Sie den Fokus auf den potenziellen Mitarbeiter anstatt auf sich selbst. Schaffen Sie Nahbarkeit und Authentizität durch das Einbringen Ihrer persönlichen Geschichte und Ihrer Werte. Fassen Sie sich kurz und seien Sie kreativ, um sich einen Wiedererkennungswert zu sichern. Beachtet werden sollte dabei jedoch: Wer sich nicht um eine ganzheitliche Employer Branding-Strategie bemüht, dem nützt auch kein einzelner Arbeitgeberslogan. Er hilft dabei, die Persönlichkeit eines Unternehmens über eine Kernbotschaft zu vermitteln, kann dies aber natürlich nicht alleine leisten. Der Slogan sollte vielmehr als wichtiger Teil einer umfassenden Strategie betrachtet werden, die Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darstellt.

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