Tipps zur Mitarbeitermotivation

 

“Jedes Unternehmen kann nur so gut sein wie seine Mitarbeiter”

 

Was scheinbar auf der Hand liegt, ist doch in vielen Betrieben noch nicht angekommen: Die Mitarbeitermotivation entscheidet über den Erfolg eines Unternehmens. Der Wirtschaft gehen laut dem Gallup Engagement Index jährlich 99 Milliarden Euro verloren, weil die positiven Effekte von Mitarbeitermotivation unterschätzt werden.

Sind Ihre Angestellten durch die richtigen Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation ausreichend gefördert und gefordert, bringen sie nicht nur mehr Leistung, sie sind auch mit Freude und Leidenschaft dabei. Motivierte Mitarbeiter machen nicht nur Dienst nach Vorschrift und lassen pünktlich zum Feierabend den Stift fallen. Sie setzen sich für ihr Unternehmen ein und sind bereit, über das Soll hinauszugehen. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit spart tatsächlich bares Geld. Nicht nur, weil die Effizienz der Arbeit steigt, motivierte Mitarbeiter sind auch deutlich weniger krank, als ihre gelangweilten oder unzufriedenen Kollegen und bleiben länger im Unternehmen.

Die Mitarbeitermotivation ist also einer der wichtigsten Faktoren, um ihr Team langfristig zu binden und gemeinsam Höchstleistungen zu erreichen. Mehr als überzeugende Gründe, um meine wichtigsten Tipps für Sie zusammenstellen, die Sie jetzt ganz konkret im Alltag Ihrer Firma umsetzen können. Es lohnt sich:

 

1. Wertschätzung durch authentisches Lob & Anerkennung

 

Menschen streben danach, ihre Ziele zu erreichen und wünschen sich, dass es bemerkt wird, wenn sie gute Arbeit leisten. Der Autor Richard Conniff fand heraus, dass aktives Lob oder Belohnungen für gute Performance die Mitarbeitermotivation um bis zu 17 Prozent steigern. Trauen Sie sich also, mehr zu loben, wenn Sie zufrieden sind. Häufig begegnet mir die Einstellung „Nicht getadelt ist gelobt genug!“. Doch die Abwesenheit von Kritik wirkt nicht motivierend – nur authentisches, konkretes und persönliches Lob setzt einen positiven Impuls und verstärkt gewünschtes Verhalten.

 

Wichtig ist dabei auch, zwischen Lob und Anerkennung zu unterscheiden. Lob ist eine Form spontaner Wertschätzung, die möglichst konkret sein muss, damit sie authentisch wirkt und angenommen wird. Jeder Mitarbeiter sollte also entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und seines Leistungsstandes gelobt werden, damit sich das Loben als Wundermittel der Motivation nicht abnutzt.

Anerkennung hingegen ist eine Form der Haltung. Man erkennt die Qualität oder Leistung einer Person an und respektiert sie dafür. Anerkennung muss im Gegensatz zu Lob nicht konkret sein. Sie beurteilt viel mehr das Gesamtbild und wird dadurch auch seltener verbal ausgedrückt und wenn, dann im Rahmen eines größeren und qualifizierten Feedbacks.

 

2. Gezielte Förderung mit regelmäßigem und individuellem Mitarbeiterfeedback

 

Essenziel für eine gezielte Mitarbeiterführung ist ein individueller Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Ihre Mitarbeiter möchten wissen, wo sie stehen und welche Maßnahmen sie konkret ergreifen können, um im Unternehmen voranzukommen.

Die Gespräche sollten auf den jeweiligen Mitarbeiter persönlich zugeschnitten sein. Im Vordergrund steht immer die individuelle Persönlichkeit mit ihren ganz eigenen Entwicklungsmöglichkeiten! Ein No-Go ist dagegen der immergleiche Fragenkatalog, der stur auf jeden Mitarbeiter angewendet wird.

Der persönliche Austausch sollte auch über die üblichen Mitarbeitergespräche oder Feedback-Boxen hinausgehen. Es geht vielmehr um eine positive Kommunikationskultur, die Räume für gegenseitiges Feedback zulässt und eine offene Atmosphäre bewusst fördert. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass ihre Meinung tatsächlich wertgeschätzt und gewollt wird.

Dabei sollten Sie besonders auf eine gewisse Regelmäßigkeit (beispielsweise in wöchentlichen oder monatlichen Gesprächen) achten, damit das gegebene Feedback umgesetzt werden kann und Ihre Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, sich über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu verbessern.

 

3. Work-Life-Balance durch neue Arbeitsmodelle

 

Die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmt zunehmend. Handy, Laptop und Tablet sind überall mit dabei. E-Mails werden auch nach Feierabend noch gecheckt. Das bekannte Buzz-Word “Work-Life-Balance” bezeichnet in Hinblick auf diese Entwicklung einen Idealzustand, in dem Arbeits- und Privatleben im Einklang sind. Es gilt, einen Rahmen zu schaffen, in dem Ihre Mitarbeiter eine erfolgreiche Karriere mit ihren privaten, sozialen und gesundheitlichen Bedürfnissen vereinen können. Neue Arbeitsmodelle spielen dabei eine große Rolle.

So arbeiten in Schweden einige Unternehmen mit sechs-Stunden Arbeitstagen, sind dafür aber wesentlich produktiver und motivierter in dieser Zeit. Das sorgt einerseits für steigende Motivation, weil Ihre Mitarbeiter Flexibilität und einen gewissen Freiraum erhalten. Gleichzeitig führt es zu einem ausreichenden Ausgleich für Sie selbst und Ihre Mitarbeiter, um Produktivität langfristig zu erhalten.

Gerade für Millennials steht die Work-Life-Balance an erster Stelle. Für sie geht es immer mehr um die weichen Faktoren, die ein Arbeitgeber bietet, denn in der heutigen Lebens- und Arbeitswelt ist nicht mehr nur Geld, sondern vor allem Zeit der neue Luxus. Das heißt also, bewusst Modelle wie Homeoffice oder Teilzeitarbeit in Ihrem Unternehmen einzuführen, um flexiblere und selbstbestimmte Arbeitszeiten zu erzielen, denn das motiviert jüngere Fachkräfte, in ihrer Arbeitszeit alles zu geben.

 

4. Mitarbeiter Benefits: passende Gratifikationen schaffen

 

Benefits spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, um eine positive Work-Life-Balance zu fördern und die Mitarbeiterzufriedenheit im Alltag zu steigern, wie beispielsweise:

 

  • Angebote für Kinderbetreuung
  • Wiedereinstieg nach der Elternzeit
  • Stressbewältigungskurse und Sportangebote
  • Rabatt-Kooperationen mit beliebten Marken oder Restaurants in der Nähe
  • Vermögenswirksame Leistungen

 

Von großer Bedeutung können Benefits auch für ein gutes Arbeitsklima sein. Das kann der klassische Kicker-Tisch sein, Snacks oder ein Entspannungsraum, aber auch kreativere Möglichkeiten wie spannende Team-Events sind gern gesehen. Welche Benefits Sie anbieten, ist vollkommen Ihnen überlassen. Sie müssen dabei keinem Trend folgen. Wählen Sie eher Benefits aus, die zu Ihrem Unternehmen passen und auf Ihre Mitarbeiter abgestimmt sind.

 

5. Kollektive Erfolgsbeteiligung: die Teamleistung im Mittelpunkt

 

Klassische Incentives sollen einen Anreiz für Ihre Angestellten darstellen und durch einen finanziellen Ansporn, wie z.B. eine Provision oder einen Bonus, ihre Motivation erhöhen. Dabei geht es ganz gezielt um die Bewertung der Leistung von einzelnen Mitarbeitern.

Die kollektive Erfolgsbeteiligung stellt einen Gegenentwurf dazu dar und beruht auf dem Prinzip, dass Ihre Mitarbeiter von einer positiven Entwicklung des gesamten Unternehmens profitieren. Solche Incentives fördern den Zusammenhalt des Teams und sorgen sogar dafür, dass man sich gemeinsame Ziele setzt. Der Teamgedanke steht im Vordergrund, nicht die gegenseitige Konkurrenz um die größte Provision. So sind die Mitarbeiter auch motiviert, sich gegenseitig anzuspornen.

Natürlich ist hier auch wichtig zu beachten, dass es unterschiedliche Persönlichkeitstypen gibt. Es kann auch Mitarbeiter geben, die von einer kollektiven Erfolgsbeteiligung eher demotiviert sind. Hier gilt es, einen passenden Mittelweg zu finden. Es lohnt sich aber definitiv, über diesen Ansatz einmal nachzudenken.

 

6. Flache Hierarchien: Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle

 

Starre Hierarchien und streng abgegrenzte Handlungsbereiche können der Motivation der Mitarbeiter im Weg stehen. Agile Strukturen und die Übernahme von Verantwortung je nach inhaltlichen Projekten fördern hingegen Kreativität und Führungskompetenz – auch von jungen Mitarbeitern. Hier sollten die Fähigkeiten stärker im Vordergrund stehen als beispielsweise die Dienstjahre eines Mitarbeiters im Unternehmen. Trauen Sie sich, den motivierten und engagierten Mitarbeitern auch eine verantwortungsvolle Rolle zu geben und Entscheidungen eigenständig zu treffen.

Wenn Sie Ihren Angestellten mehr Vertrauen entgegenbringen, bedeutet das in der Konsequenz einerseits, dass ihre Mitarbeiter einen größeren Spielraum für Kreativität haben, wodurch Innovationen gefördert werden. Darüber hinaus bindet es den Mitarbeiter stärker an das Unternehmen, steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und wirkt von innen heraus motivierend. Andererseits führt es zu einer Kosteneinsparung, da Ihre Angestellten nicht viel Zeit mit Berichterstattungen verbringen müssen und produktiver arbeiten können. Gleichzeitig steigt die Flexibilität im Unternehmen.

 

7. Neuer Trend: Gamification

 

Immer mehr Unternehmen entdecken, dass sich der menschliche Spieltrieb nutzen lässt, um Arbeitsabläufe effizienter zu machen, weniger Fehler in der Fertigung zu leisten und mehr Austausch unter Mitarbeitern zu fördern.

Im Zuge der Digitalisierung ist es leicht geworden, Arbeitsschritte präzise zu erfassen und eintönige Arbeiten durch virtuelle Animationen aufzupeppen. Dabei werden spieltypische Elemente, wie z.B. Punkte, Level, Highscores oder Ranglisten, in spielfremden Kontext, wie z.B. arbeiten am Fließband, angewendet.

Die Einbindung von spielerischen Elementen in die Arbeitsabläufe soll im Wesentlichen die Motivation einer Person steigern, die ansonsten wenig herausfordernde, als zu monoton empfundene oder zu komplexe Aufgaben, erfüllen muss. Dabei scheint der Aufwand der Einführung von Gamification-Elementen eventuell abschreckend. In Anbetracht der Motivationssteigerung lohnt er sich jedoch. Außerdem lässt sich das Ganze auch in kleinen Schritten umsetzen.

 

Fazit:

Die Förderung von Motivation ist ein aktiver, langfristiger Prozess und sollte somit eine Daueraufgabe in der Führungs- und Unternehmenskultur sein. Bedeutend ist, dass Sie die jeweilige Maßnahme immer auf den einzelnen Mitarbeiter abstimmen, denn sie sollte zu seiner Persönlichkeit passen, um seine Motivation nachhaltig zu steigern.

Letztendlich empfiehlt sich eine Kombination aus den genannten Tipps, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren. Selbstverständlich sind guter Kaffee, Obstkörbe und Kicker-Tische fantastisch, aber können und sollten kein authentisches Lob, Anerkennung und die richtige Unternehmenskultur ersetzen.